Die PPL (A) Theorie

Die PPL (A) Theorie

Die PPL (A) Theorie ist im Vergleich zur ATPL Theorie relativ übersichtlich. So gilt es folgende Fächer zu lernen:

• Luftrecht
• Technik
• Menschliches Leistungsvermögen
• Meteorologie
• Navigation
• Verhalten in besonderen Fällen
• Aerodynamik

Luftrecht

In diesem Fach geht es um die rechtlichen Grundlagen der Luftfahrt. Wer ist wofür zuständig, wer regelt Abkommen und Gesetze, wofür ist wer verantwortlich. Des Weiteren werden in diesem Fach die Grundlagen von Luftverkehrsregeln, Verfahren und Abläufen vermittelt.

Technik

Hier geht es um Grundlagen der Luftfahrzeugkunde: Wie ist ein Flugzeug aufgebaut, wie funktionieren Flugsteuerung, Kraftstoffsystem, Triebwerk und Instrumente.

Menschliches Leistungsvermögen

Im Fach Menschliches Leistungsvermögen lernt man die Grenzen des menschlichen Körpers kennen. Wie funktioniert die Informationsverarbeitung, wie kommt es zur Entscheidungsfindung und nicht zuletzt: Wie kann man die Grenzen des menschlichen Leistung erkennen und mit Ihnen umgehen.

Meteorologie

Das Fach Meteorologie zählt neben Navigation zu den umfangreichsten Fächern in der PPL Ausbildung. Man lernt zunächst die Grundlagen der Atmosphäre und wie das große Ganze funktioniert. Dann geht es ins Detail: Wie kommt der Wind zustande, was sind adiabatische Prozesse, wie entsteht Nebel usw.

Navigation

Navigation ist wenn man trotzdem ankommt. Diesen Spruch hört man häufig als erstes im Navigationsunterricht. Doch relativ schnell begreift man, dass die Navigation in der Luftfahrt doch etwas komplexer ist als am Boden. Neben den Grundlagen (Magnetismus, Kartenprojektion etc.) geht es vor allem darum, den Luftfahrtkarten die Informationen zu entnehmen, die für die Durchführung eines Fluges relevant sind. Und dazu gehört nicht nur das Ablesen von Kursen: Auch die Navigation mithilfe von Funkfeuern (Stichwort VOR) gehört zum Stoff.

Verhalten in besonderen Fällen

In diesem Fach geht es um die Betrieblichen Verfahren der Luftfahrt. Man lernt wie man mit besonderen Situationen umgeht, was deren Gefahren sind, und wie man sie vermeiden kann.

Aerodynamik

Im Fach Aerodynamik betrachtet man die Grundlagen des Fliegens: Wie ist ein Flügel aufgebaut, wie verhalten sich Auftrieb und Widerstand zueinander, wie verläuft die Strömung um ein Profil.

Man merkt: Es geht viel um Grundlagen. Im laufe des Unterrichts wird man häufig feststellen, dass man vieles schon einmal gehört hat. Sei es im Fach Menschliches Leistungsvermögen (Biologie), in den Fächern Navigation und Meteorologie (Erdkunde/Geographie) oder Technik (Physik). Der Stoff ist nicht sonderlich schwer, nur eben doch recht viel zu lernen. Wie sagte ein Fluglehrer so schön: „Luftfahrt hat viel Breite, aber wenig Tiefgang.“

Der Fragenkatalog

Wie bereits in meinem Blogeintrag zum BZF beschrieben, funktioniert leider die Open PPL Website nicht mehr. Diese war immer eine gute Möglichkeit um kostenlos den Fragenkatalog für die PPL (A) Theorieprüfung zu lernen. Ca. drei Wochen vor meiner Theorieprüfung funktionierte diese Seite jedoch nicht mehr und ich war gezwungen mir eine Alternative zu suchen. Ich bestellte mir also auf der Website von eisenschmidt.aero die Produktkarte für die Lernsoftware EXAM 11 (satte 79,00€ hat diese Software gekostet). Die zwei Lizenzen die einem zur Verfügung stehen habe ich auf meinem Mac und meinem iPad aktiviert und konnte schon nach wenigen Klicks feststellen, dass diese Software nicht nur laienhaft programmiert, sondern auch noch ordentlich fehlerbelastet ist. Aber es half ja nun alles nichts und so zog ich mir sämtliche 1.959 Fragen rein.

Die Prüfung

Nachdem die Flugschule mich bei der Landesluftfahrtbehörde angemeldet hatte, bekam ich einen Brief mit einem Überweisungsträger und der Aufforderung 130,00€ für die Prüfung zu überweisen. Als dies erledigt war, kam einige Tage später die Einladung zur Prüfung. Diese fand auf einem Flugplatz in Niedersachsen statt, da sich einige aus diesem Verein zur Prüfung angemeldet hatten und der Prüfer dahin gekommen ist.

Nach kurzer Belehrung über die Folgen eines Täuschungsversuches und der Anweisungen wie man den Prüfungsbogen auszufüllen hatte, wurden die Fragenkataloge an die Prüflinge ausgeteilt. Jeder bekam natürlich ein anderes Fach, damit man wenig Interesse an den Antworten auf den Prüfungsbögen des Nachbarn hatte.

Geprüft wurde jedes der sieben Fächer einzeln. Es galt pro Fach 40 Fragen zu beantworten, mindestens 75% davon mussten richtig sein, um das Fach zu bestehen. Für die gesamte Prüfung hat man 6h Zeit, wobei jedoch für jedes Fach die Zeit begrenzt ist. So hat man beispielsweise für das Fach Menschliches Leistungsvermögen 30 Minuten, für das Fach Navigation 90 Minuten Zeit. Meine Erfahrung hat gezeigt: wer sich anständig auf die Prüfung vorbereitet hat, schafft es in deutlich kürzerer Zeit! Ich habe für Menschliches Leistungsvermögen 10 Minuten, für Navigation 20 Minuten gebraucht. Das lag denke ich auch daran, dass die Fragen aus dem Peterssoftware Katalog 1 zu 1 den Fragen der Landesluftfahrtbehörde entsprachen (inklusiver der inhaltlichen Fehler).

Nach insgesamt 2 1/2 Stunden hatte ich es geschafft und die Prüfung war für mich vorbei. Nun hieß es noch 20 Minuten warten, bis der Prüfer die Prüfungsbögen ausgewertet hatte und schon bekam ich den Bogen mit den Ergebnissen in die Hand gedrückt.